Förderbescheid zu Zentrum für Nachhaltiges Bauen ist da / 4,123 Millionen Euro / Weitere Tür zu einem Riesenmarkt aufgestoßen

Verdener Aller Zeitung vom 5.7.2011:

Verden – Ein kurzer Satz von Rasmus Grobe genügte. „Das ist es“, sagte er am Montag mit Blick auf das Bündel Papiere in seinen Händen und schon brandete Applaus auf. Kein Wunder, handelte es sich doch um den offiziellen Bescheid, dass das Niedersächsische Wirtschaftsministerium die Errichtung des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen in Verden mit 4,123 Millionen Euro aus EU-Mitteln fördert.

Bis 2013, so sehen es die Richtlinien vor, muss das Zentrum an der Artilleriestraße stehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,65 Millionen Euro. Der Löwenanteil stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre). 645 000 Euro kommen von der Stadt Verden und dem Landkreis.

Weitere Anträge bei Stiftungen auf die Förderung innovativer Teilbereiche laufen. Und dass hier etwas Neues, Nachahmenswertes entsteht, da sind sich die Beteiligten einig

„Der Baubereich hat Zukunft“, sagte Architekt Thomas Isselhard. Im Bereich des nachhaltigen Bauens sei ein Riesenmarkt entstanden. Und nicht zuletzt die durch Fukushima angestoßene Diskussion beweise, „dass wir Recht hatten.”

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Minister überreicht Förderbescheid für Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen

Delegation aus Verden reiste nach Hannover

Von links: Ulrich Steinmeyer, Netzwerkmanager Netzwerk Nachhaltiges Bauen; Dieter Sander, Wirtschaftsförderer Landkreis Verden; Lutz Brockmann, Bürgermeister der Stadt Verden; Jörg Bode, Nds. Minister für Wirtschaft und Arbeit; Rasmus Grobe, Geschäftsführer Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen; Bruno Ernst, 2. Vorsitzender Netzwerk Nachhaltiges Bauen; Thomas Isselhard, 1. Vorsitzender Netzwerk Nachhaltiges Bauen

Eine Delegation aus Verden reiste am Freitag nach Hannover, um von Niedersachsens Minister Jörg Bode den Förderbescheid für das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Empfang zu nehmen. Vor zwei Wochen hatte der Minister die Förderung in Höhe von 4,1 Mio. Euro aus EU-Mitteln bewilligt. Bei der Übergabe würdigte der Minister die Bedeutung der Errichtung des geplanten Zentrums für Nachhaltiges Bauen. Stellvertretend für die Projektbeteiligten überreichte der Geschäftsführer des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen, Rasmus Grobe, einen Miniatur-Strohballen als Symbol für das Vorhaben.

Förderung für Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen bewilligt

4,123 Mio Zuschuss aus EU-Mitteln

Der Niedersächsische Wirtschaftsminister hat am Montag der Bewilligung von 4,123 Millionen Euro Förderung für das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen zugestimmt. Damit ist klar, dass mit der Realisierung des seit langem geplanten Vorhabens an der Artilleriestraße begonnen werden kann. Auf den Erfolg Anstoßen wolle man aber erst, wenn der Bewilligungsbescheid aus Hannover vorliege, was noch einige Tage dauern könne.

„Wir freuen uns sehr über diese umfangreiche Unterstützung für unser Vorhaben,“ sagt Rasmus Grobe, Geschäftsführer der für das Vorhaben vom Ökologischen Zentrum gegründeten GmbH. Die Fördersumme sei außergewöhnlich und auch als inhaltliche Wertschätzung Nachhaltigen Bauens zu verstehen. „Es ist auch gesellschaftlich ein wichtiges Signal, dass der Wirtschaftsminister mit dieser Förderzusage sendet, so Grobe. Dem Gebäudebereich komme angesichts der aktuellen energiepolitischen Diskussion und der Herausforderungen des Klimawandels eine besondere Bedeutung zu, dem mit umfassenden Konzepten für energetische Gebäudesanierung und Neubauten mit besten energetischen Standards begegnet werden müsse. Verden soll dabei eine besondere Rolle spielen und ein überregional bedeutsamer Knotenpunkt für Nachhaltiges Bauen werden. Das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen schaffe dafür die nötige Infrastruktur.

Der Bewilligung seien 5 Jahre Planungs- und Vernetzungsarbeit vorausgegangen. „Oft haben wir gehofft und gewünscht, dass es schon früher hätte losgehen können,“ so Grobe. Aber letztlich hätten sich die letzten zwei Jahre durch die gewachsenen Beziehungen im Rahmen des Netzwerks Nachhaltiges Bauen und neuer überregionaler Beziehungen sehr gelohnt: „Jetzt haben wir beste Voraussetzungen, das Zentrum auch inhaltlich gut zu füllen.

Anstoßen wolle man auf den Erfolg aber erst, wenn der Bewilligungsbescheid aus Hannover da sei, was noch einige Tage dauern könne. Danach beginne erst einmal intensive Vorbereitungsarbeit für die Errichtung des Zentrums: „Wir haben auf Planungsseite noch manches zu klären und zu präzisieren,“ erläutert Architekt Thomas Isselhard, der gemeinsam mit drei weiteren Architekten für die Planung zuständig ist. Mit den Neubauten werde erst 2012 begonnen. Zuvor solle die Halle 57 instand gesetzt werden. Vorher seien aber noch einige formale Klärungen nötig.

Und auch auf Finanzierungsseite gebe es noch Aufgaben: „Wir bemühen uns noch um weitere Kofinanzierung aus Mitteln von Umweltstiftungen, erläutert Geschäftsführer Rasmus Grobe. Grundsätzlich sei die Realsisierung des Vorhabens aber durch Bürgschaften und Darlehenszusagen abgesichert. Ausdrücklich bedankte sich Grobe bei Stadt und Landkreis Verden, die durch die Einbringung von Gebäuden und Grundstücken als kommunale Kofinanzierung einen sehr wichtigen Beitrag zur Realisierung geleistet hätten. Der Landkreis unterstützt das Vorhaben darüber hinaus aus Mitteln des regionalisierten Teilbudgets.

Förderzusage für Norddeutsches Zentrum für Nachhaltiges Bauen

Pressemitteilung des Wirtschaftsministers Jörg Bode vom 31.5.2011 (www.niedersachsen.de)

Wirtschaftsministerium unterstützt Zentrum für Nachhaltiges Bauen

Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur – Wachstumsprojekte

HANNOVER/VERDEN. Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium unterstützt die Errichtung des „Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen” in Verden mit knapp 4,123 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Jörg Bode sagte: „Verden ist in den vergangenen Jahren durch den Aufbau des ‚Netzwerks Nachhaltiges Bauen’ ein herausragendes Kompetenzcluster geworden. Nun benötigt diese erfolgreiche Netzwerkarbeit eine entsprechende Infrastruktur, um noch weiter zu wachsen und nachhaltig zu wirken.” Er erwarte, dass Verden mit diesem Zentrum zum Kristallisationspunkt für die Zusammenarbeit zwischen der ökologischen Baubranche sowie zum Informations- und Schulungsstandort für nachhaltiges Bauen werde. Das Zentrum biete insbesondere in den Bereichen Passivhausbau, Energieeffiziente Haustechnik, ökologische Altbausanierung und Strohballenbau einzigartige Möglichkeiten zur produkt- und herstellerneutralen Information, Beratung, Weiterbildung und Qualifizierung von Handwerkern. Es richtet sich mit Büro- und Schulungsräumen an Unternehmensgründer und Fachverbände ebenso wie an Hersteller, Handwerker und Interessierte.

„Im Vergleich zur gesamten Baubranche sind beim nachhaltigen Bauen und Sanieren bei weitem noch nicht alle Innovations- und Marktpotenziale ausgeschöpft. Außerdem ist das Vorhaben ein Leuchtturmprojekt für die Region und findet zahlreiche Unterstützer aus dem Landkreis Verden, der Kreishandwerkerschaft, schulischen Einrichtungen sowie regional führenden Betrieben im Bereich nachhaltiges Bauen “, so Bode.

Das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen wird als Wachstumsprojekt zur Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

„Mit unseren Investitionszuschüssen wollen wir gezielt dort fördern, wo wir auch in Zukunft Wachstum und mehr qualifizierte Arbeitsplätze erwarten”, sagte der Wirtschaftsminister.